Was Freundschaften und deren enge Verbindungen bedeuten, durfte ich am vergangenen Sonnabend bei der Hochzeit von Sabine & René erleben.

Es ist 13.45 Uhr und ich will gerade das letzte Zubehör meiner Fotoausrüstung ins Auto packen. Aber was war das? Es regnete, als gießt jemand direkt vor meiner Terrasse mehrere Eimer mit Wasser aus. Ach naja, hört schon gleich auf! Da hinten kommt es schon heller, dachte ich, was sich als komplette Fehleinschätzung herausstellte. Gut, ich bin Fotograf und kein Meteorologe, da darf ich mal knapp daneben liegen. Mit Schirm unter dem Kinn und  drei Taschen in den Händen ging es zum Auto. Dann zurück, duschen, etwas schick für die Beiden machen und um 14.15 Uhr fuhr ich dann bei etwas nachlassendem Regen in Richtung Festscheune Sieglitz. Denn genau da sollten sich die Beiden um 15 Uhr das JA-Wort geben.

Dort angekommen sah ich sofort einige bekannte Gesichter, darunter den Bräutigam, der sich unter das bald feiernde Volk gemischt hatte. Besonders aber freute ich mich, einen ganz alten Bekannten wieder zu sehen, dem ich seit 20 Jahren nicht mehr begegnet bin. Der Danny! Kurzer Plausch, Verabredung zum Bier am Abend und nun aber Kameras raus. Etwas schneller als sonst bewegte ich mich hin und her, damit nicht jeder Tropfen trifft und nun aber schnell wieder unter das Vordach der Scheune. Der coronagerechten Begrüßung aller folgte eine kurze Absprache mit René und die ersten Fotos vom liebevoll geschmückten Innenraum der Festscheune waren gemacht. René baute mit einigen Gästen noch zwei weitere Zelte als Unterstellmöglichkeit bei Regen auf und so langsam trudelten auch die restlichen Gäste ein. Eine wichtige Person -neben der Braut natürlich- fehlte jedoch. Der Standesbeamte Robin, der -so stellte sich später heraus- mit dem Starkregen bei einer Außentrauung auf der Schönburg zu kämpfen hatte, kam kurz vor 15 Uhr -fast zeitgleich mit der Braut- in Sieglitz an. Und auch im idyllischen Dorf nahe Camburg sorgte der gerade erneut einsetzende Starkregen für eine weitere Verzögerung. Ein kurzes, fassungsloses Kopfschütteln des Bräutigams, eine kurze Rücksprache mit Robin und es war klar, wir warten noch. Alles gut, Gin-Tonic wurde ausgeschenkt und man hatte sich teilweise einige Zeit nicht gesehen, wodurch es viel Gesprächsstoff gab. So verging die Zeit schneller 😉 .

Ein Zeitraffer in Stichpunkten:

15.32 Uhr – Die Braut wird von ihrem Vater zur Trauung in den Garten der Festscheune geführt. Ich sehe Lächeln, Tränen und zustimmendes Nicken.

15.33 Uhr – Der Standesbeamte beginnt mit der Trauung.

15.47 Uhr – Tränen bei der Braut und ihrer Trauzeugin, ich kämpfe auch, muss aber fotografieren, also reiß dich zusammen, du fotografierst nur ;).

15.48 Uhr – Ein klares JA beider und der Ringtausch -die Ringe bringt Vico, Sohn des Bräutigams- mit anschließendem Kuss als Ehepaar unter dem Applaus der Gäste.

15.50 Uhr – Das Paar unterschreibt die Eheurkunde und ihre Trauzeugen erfüllen ihren Job durch ihre Signaturen.

15.53 Uhr – Die Abschlussworte von Robin sind sehr herzlich und persönlich – hach ja, er macht das aber auch immer schön!

15.57 Uhr – Die Gäste stürzen sich auf das Ehepaar und gratulieren.

Beim anschließenden Sektempfang blieb Zeit, um etwas zu entspannen und ich bereitete mich auf das Gruppenfoto mit Drohne um 16.20 Uhr vor. Drohne hoch, Blick nach oben, Foto! Arme hoch, Blick nach oben, Foto! Fertig! Und das plötzlich ganz ohne Regen. Denn der verabschiedete sich pünktlich zum Ende der Trauung. Mag man alten Bauernweisheiten glauben, war der Regen die Garantie für eine glückliche Ehe. Ich wünsche es den Beiden!

Die Hochzeitstorte (HUNGER!) wartete auf der Kaffeetafel auf ihren Anschnitt, also rein in die Scheune, Messer in die Hand und los. Jetzt war Zeit zum Entspannen, reden und natürlich für einen Kaffee.

Die Fotos mit Eltern, Geschwistern, Sohn Vico und Trauzeugen waren nach dem Kaffee relativ schnell im Kasten und ich machte noch einige Aufnahmen mit dem Paar, bevor die Party losgehen konnte. Zwischendurch noch Abendessen, sehr lecker, ein gutes und vielfältiges Angebot!  Danach konnte ich noch einige Fotos zusammen mit den Freunden des Paares machen und hatte Zeit, erste Fotos zu sichern und zu bearbeiten. Diese landeten dann natürlich vom Beamer auf der Leinwand.

Die „Ostsibirischen Schnarchschnecken“ -Freunde des Bräutigams-  sorgten mit ihrer Parodie auf Franz Beckenbauer, einer kleinen Torwandeinlage und anschließendem Punkrock der Extraklasse verbunden mit erstem „Tanz“ des Paares für ordentlich Stimmung, bevor dann Musik aus der Dose am weiteren Abend kaum eine leere Tanzfläche zuließ. Zum Brautstraußwurf gegen 23.15 Uhr hielten kurz alle inne, die Schlägerei um das Blumenteil blieb aber aus. Er wurde gefangen oder eher aufgehoben (?), es wird wohl bald wieder geheiratet. Irgendwo, irgendwen, irgendwann….!

Emotional wurde es noch einmal, als Trauzeuge Danny, er war schon ziemlich aufgeregt, seine Rede hielt. Er hatte sich -wohl berufsgewohnt- Karteikarten geschrieben, um nichts zu vergessen. Aber das, was er sagte, war schon treffend. Er sprach über Freundschaft, Familie, alte Zeiten und sogar ich musste kurz mit meinen feuchten Augen kämpfen. Hut ab Junge, das war Klasse! Der Obstler zwischendurch lockerte Danny auf, der danach mit Brautpaar kam einer Erlösung gleich.

Ich verabschiedete mich kurz nach 1 Uhr von einer tollen Hochzeitsgesellschaft, einem Ehepaar, dem man jede Sekunde ihr Liebe füreinander ansieht und dem Gefühl, hier Menschen begegnet zu sein, die wissen, was wirkliche Freundschaft bedeutet. DANKE für den Tag, ich war gern Teil davon!

 

Nicky