Wieder einmal führte mich ein Hochzeitsauftrag an die herrliche Seebrücke am Hafen von Braunsbedra. Und wieder einmal gelang es mir, das Wetter auf den Punkt genau zu bestellen: Ein malerisch blauer Himmel, verziert mit schönen Schäfchenwolken – GANZ GROSSES KINO! Naja, einige Wolken waren auch zu sehen, aber durch die rosarote Hochzeitsbrille…egal!

Auf dem Weg zur Brücke fuhr vor mir ein alter Bus – der 70er-Jahre-Express, so konnte ich es entziffern. Das mussten wohl die Gäste sein, die kurz darauf zusammen mit dem Bräutigam ausstiegen. Okay, jetzt aber schnell, Kofferraum auf, Kameras raus, das 24er und 200er an die Bajonette und schon waren die ersten Fotos gemacht. Nach der kurzen Begrüßung des Bräutigams und weiteren Fotos der wartenden Gäste ging es auch schon bald auf die Brücke. Ich stürzte -wie seit einigen Jahren natürlich altersgerecht mit Foto-Trolley-  vorneweg, um einige Ambienteaufnahmen der Hochzeitslocation zu machen. Dann kurze, knackige Drehung in Richtung Steg und Bräutigam und klein Felix, der Sohn des Paares – mein neuer Kumpel (später mehr dazu) waren, zusammen mit der Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund, im Kasten.

Meine Adleraugen suchten nach der Braut, die in jeder Sekunde eintreffen musste. Und da schien sich etwas zu bewegen. In ungefähr 350 Metern Entfernung parkte ein Dodge RAM mit geschmückter Motorhaube. Das musste sie sein oder hatte da jemand seine Blumen auf der Motorhaube liegen lassen? Es folgte ein kleiner „Sprint“ zum Festland und da stieg Isabel auch schon Prinzessinnen-Like, jedoch zügig aus dem Ami-Schlitten. Aber nicht etwa wegen des Drangs, endlich ihren Bräutigam zu sehen, sondern es war etwas ganz anderes, was ziemlich zu drängeln schien ;). Kurz darauf durfte ich die Braut mit deutlich entspannterem Blick zusammen mit ihrem Papa begrüßen.

Nun aber schnell zurück auf die Plattform der Brücke, auf der der Bräutigam auf seine Isabel wartete. Musik an -dieses Mal wieder live von einem tollen Sänger- und der Walk von Isabel und Papa über die Brücke wurde von den Gästen und einigen Schaulustigen vom Land aus beobachtet. Angekommen beim Bräutigam übergab ein sichtlich gerührter Brautvater seine Tochter an Christian und die Zeremonie begann. Ich verrate es jetzt schon, beide sagten JA! Nach der Trauung folgten dann die Gratulationen, die ich mit der Kamera verfolgte. Ich schloss mich als Letzter den Gratulanten an und nutzte die Gelegenheit gleich, um die Gesellschaft zum Gruppenfoto zu motivieren. Das klappte ganz gut und aus der Masse ertönte eine Frauenstimme, dass ich ja recht schnell bin – kann gut sein, hört Man(n) aber nicht immer gern 🙂 .

Gleich darauf schickte ich mit Hilfe der Brautmama die Gäste in Richtung Festland, um noch einige Aufnahmen des Paares mit Sohn Felix zu machen und anschließend folgten natürlich die obligatorischen Brückenfotos, die definitiv nie fehlen dürfen. Hach ja, was für eine tolle Kulisse!!

Die folgenden drei Stunden im Zeitraffer:

Der LCC -Langendorfer Carnevals-Club- begrüßte die Beiden am Ende der Brücke mit Blumenblüten und einem Tanz-Medley. Es folgten weitere Gratulationen, einige Sekt- und Saftgläser wurden geleert und schon mussten wir los, um die geplante Schifffahrt mit der MS-Geiseltalsee zu starten, auf der ich einen „Platz an der Sonne“, in diesem Fall genauer gesagt am Tisch mit den Häppchen, erhaschen konnte. Über eine Stunde lang schipperten wir auf dem Geiseltalsee und genossen nach dem Tortenanschnitt Kaffee, Kuchen und die leckeren Canapes direkt vor meiner Nase. Natürlich ließ ich mit nicht lumpen und half dabei, den wirklich sehr lieben Gästen Kaffe auszuschenken. Und dann kam der Moment als mein neuer Freund Felix (s.o.: der Sohn von Isabel & Christian) irgendwie wie von Geisterhand auf meinem Arm landete. Eine Aufgabe, der ich natürlich sehr gern nachkam und die mir mit einigen wirklichen lieben Umarmungen des Kleinen gedankt wurde. Ich denke, dass wir jetzt schon irgendwie ganz dicke Kumpel sind. 🙂

Nach knapp einer Stunde und gänzlich ohne Ausfälle in Form von Seekrankheit oder über Board gegangenen Passagieren legten wir an Land an. Noch kurz einige Portraits vom Paar auf einem Bootssteg und mit Fahrer am Auto und schon stand der Bus zur Abfahrt bereit. Ich fuhr schon mal vor und kam zirka 20 Minuten vor dem Bus im Parkhotel Güldene Berge in Weißenfels an. Schnell das Zelt und die wirklich liebevoll angerichtete Deko fotografiert, kurzer Plausch mit DJ Frank und schon kamen die Gäste und kurz darauf das Paar am Ort der Feier an.

Dabei krallte ich mir sofort die halbe Familie, um die letzten Portraits fürs Fotoalbum ( 🙂 ) zu machen. Klar, da darf man als Fotograf nichts vergessen. Mein Job war damit erledigt, aber ich durfte noch kurz die Polterei der Gäste dokumentieren.

Ein schöner Nachmittag mit einem wirklich entspannten Paar, einer tollen Familie und richtig coolen Gästen ging zu Ende. Wieder einmal wusste ich auf der Heimfahrt, dass ich das, was ich tue, gern mache. Vielen Dank an euch alle!