Es ist schon einige Tage her, da hatte ich Carolin und ihren Eric vor der Kamera. Ich durfte die Beiden an ihrem schönsten Tag begleiten und nehme mal vornweg, was ich gedacht habe, als das Paar sich auf der Seebrücke Braunsbedra begrüßte: Ich habe die geilsten Hochzeitspaare der Welt. 

Warum erkläre ich gern im folgenden Resümee …

Es war warm an diesem Freitag, sehr warm! Die Mittagssonne brannte, aber die sorgsam aufgetragene Sonnencreme schützte meinen recht spärlich behaarten Kopf gut und der Wind trug dazu bei, dass ich nicht ganz dachte, ich bin zur Hochzeit auf Kona/Hawaii.

Los ging es wie immer: Angekommen, Kameras raus, den Rollkoffer mit der restlichen Ausrüstung rausgehieft und ab zur Hochzeitsgesellschaft, in der mittendrin der Bräutigam letzte Ablenkungsversuche startete, seine Aufregung zu verbergen. Ein lautes und kurzes „Hallo“ in Richtung der Masse und schon versteckte ich mein Gesicht hinter der Kamera, um Fotos der Wartenden zu machen.

Es dauerte noch eine Weile, bis der Startschuss der Standesbeamtin kam, die kurz darauf die Gäste samt Eric zur Plattform der Seebrücke führte. Von weitem sah ich ein Auto kommen, das muss wohl die Braut sein. Also wie immer, kurzer zackiger Schritt -für mein Alter ganz bestimmt noch recht schnell- zur Braut, die sich aber derweil noch zur Lösung ihrer Aufregung auf die hauseigene Toilette verabschiedet hatte. Angekommen am Ende der Brücke war Caro auch schon wieder sichtbar, die Zigarette „davor“ brannte und als ich näher kam, konnte ich sogar ein kleines Zittern der Hand sehen. Gut, passiert, heiraten ist eben keine Routine 😉 .

Die Trauzeugen kamen im eiligen Schritt gerannt, um den Teppich für die Braut zu holen, der nach kurzem hin- und her auch seinen Platz fand. Nun hieß es aber kurz Verwirrung. Der Bruder des Bräutigams, mit Chauffeur-Kappe und weißen Handschuhen bekleidet – Anzug auch, also atmen Leute-, ging mit der Brautschwester in Richtung Brücke, die Musik war leise zu hören, die Gäste -etliche bewaffnet mit Schirmen gegen die Sonne- standen auf… . Bis dann irgendwer merkte, dass es nicht die Braut ist, die da für die unfreiwillige Generalprobe sorgte. Nochmal das Ganze!

Caro nahm ihren Papa an die Hand und schwebte in Prinzessinen-Manier über den endlosen Steg in Richtung der Gäste, die natürlich -es wurde ja geübt ;)- wieder standen. Ganz vorn Eric, dem man nun die Aufregung deutlich ansah. Ich wirbelte aus der Hocke in den Stand, die Plattform entlang zum Bräutigam und bekam die Übergabe des Papas an Eric und den letzten Kuss der Beiden vor der Eheschließung eingefangen.

Und wieder kürze ich hier ab:

Ich hörte nach der Rede der Standesbeamtin ein JA beider, es flossen einige (ich hoffe doch) Freudentränen auch beim Papa des Bräutigams und der Ringtausch sowie erste Kuss verliefen ohne weitere Vorkommnisse. Nun war das Eheversprechen -vorgelesen durch die Standesbeamtin- dran und der Trauzeuge beobachtete mit Adleraugen das klare Nicken der Beiden.

Die Gratulationen unter der brennenden Mittagssonne mündeten in einen kurzen Sektempfang, ich karte den gut gelaunten Opa im Rollstuhl zu den anderen Gästen, die sich zum Aufstieg der pinkfarbenen Luftballons versammelt hatten und ein Gruppenfoto war auch gleich drin. Nun noch ein paar Portraits mit Eltern, Trauzeugen, Oma und Opa und einigen Freunden und mein erstes Hemd war eigentlich durch. Pause, kurz, aber willkommen! Zigarette? Ach nein, ich dann heute mal nicht ;).

Natürlich war die Seebrücke wieder einmal Kulisse für erste Portraits des Paares. Die Sonne stand gut, das Kleid sah perfekt aus und der Anzug passte wie angegossen.  Fertig, ab ins Auto und zur Naumburger Henne, wo die Feier stattfinden sollte. Unterwegs gab es natürlich noch ein bis zwei Fotos vom fahrenden Auto mit  Hochzeitspaar.

Angekommen an der Henne dauerte es noch etwas, bis das Paar eintraf. Das war meine Zeit, um einige Ambienteaufnahmen im Spiegelsaal zu machen, der vor 17 Uhr nicht betreten werden durfte. Ich war da eine Ausnahme! Gerade fertig kam das Paar an, also Kamera  hoch und draufhalten. Ein bisschen Hollywood-Feeling kann nie schaden, denn der rote Teppich war ausgerollt. Gut ausgeruht war der Baumstamm, der zersägt werden musste, eine gute Abwechslung. Doch er wehrte sich und die stumpfe Säge trug ihr Übriges dazu bei, diesen Brauch nicht zu ernst zu nehmen. Da sind ein kühles Bier und kleine Häppchen für alle schon besser!

Doch da waren noch die Tauben, die den Beiden an ihrem Tag Glück für die gemeinsamen Jahre bringen sollten. Kurzer Spruch der Taubenfrau, Caro und Eric schrieben ihre Wünsche auf, die dann ihren Platz an der Täubchenkralle fanden und schon wurden die Tauben aus der Hand, gefolgt von weiteren Flattertieren aus dem Körbchen, in die Luft gelassen.

Nach einer weiteren kurzen Pause und der Ankunft einiger Gäste machten wir uns kurz auf den Weg zu einem naheliegenden Weinberg der Wein- und Sektmanufaktur, um weitere Portraits des Paares zu machen. Nach knapp 45 Minuten war auch das im Kasten und es ging zurück zur Henne. Bevor es jedoch in den Saal ging war das Gruppenfoto an der Reihe, dieses Mal mit Drohne vor herrlicher Kulisse. Alles geklappt, das war die „Pflicht“, auf zur Kür, der Feier.

Kurzer Abriss:

Neben rührenden Reden des Brautvaters, der Bräutigam-Mama und des Bräutigams hatten die Freunde und Familie einiges geplant. Jedoch entstand nie der Eindruck, dass es zu viel war. Alles war gut dosiert und es kam keine Langeweile auf. Das Abendessen war super, Der DJ machte einen guten Job, der Fotospiegel aus Dresden sorgte für viele schöne Erinnerungen und alle waren happy. Freunde hatten das Paar dazu verdonnert, ihr Geschenk in einem Baumstamm einzunageln, was sich natürlich erst am Ende der Aktion herausstellte. Highlight war neben dem tollen ersten Tanz des Paares – was für eine irre Choregrafie!!!!-  der Tanz der Braut als „Barbie-Girl“, die mit ihren Freunden und Teilen der Familie für ihren Eric performte. Hach ja, war das schön!!

Nun aber noch ein Bierchen mit dem Bräutigam und ein toller Tag mit vielen neuen Bekanntschaften war wieder einmal geschafft.

Caro & Eric: Euch alles Liebe für die Zukunft! Es war mir eine Ehre euer Fotograf zu sein!

 

Euer Nicky