Eine regelrechte Hitzeschlacht erlebte ich am Samstag bei der Hochzeit von Anne & Michael. Die Beiden heirateten -gut, das war vorher schlecht planbar- am wohl wärmsten Tag des Jahres. Aber es sollte ein schöner Tag mit vielen tollen Eindrücken und natürlich unvergesslichen Fotos werden. Mehr dazu in den folgenden Zeilen…

Da ich derzeit Haus, Hof und Hunde sowie Esel von Freunden in Bad Bibra hüte, war es bis zum Bräutigam in Kirchscheidungen nur ein Katzensprung. Pünktlich um 8.45 Uhr flog ich im idyllischen Dorf an der Unstrut ein und betrat den Hof der Familie, auf dem sich schon einige Anzugträger eingefunden hatten. Darunter auch der Bräutigam, der im feinen Zwirn der mittlerweile 26 Grad Außentemperatur trotzte. Es vergingen noch einige Minuten, bis wir starteten, aber halt, da war doch noch was! Der Brautstrauß! Nach jeder Menge Hochzeiten hatte ich das gut im Blick, der Bräutigam dankte freundlich, währenddessen er mit einem Griff in die Innentasche des Sakkos die Ringe checkte – und los ging es. Nach 25 Minuten Fahrt waren wir an der Marina Mücheln angekommen, die Sonne brannte, aber das sollte uns nicht von den ersten Fotos abhalten. Der Bräutigam mit See und Segelbooten im Rücken, sitzend auf der langen Holzbank – den Brautstrauß fest in den Händen. Kaum war das erledigt, hatte die Standesbeamtin uns schon begrüßt und letzte Absprachen mit Michael konnten getroffen werden. Nun aber schnell in den Schatten!

Kurz darauf kamen schon die Gäste, gefolgt von der Braut, die schneller als gedacht im gelben Skoda-Cabrio-Oldtimer an der Marina eintraf. Jetzt hieß es ab auf den Hafenturm, denn niemand -außer dem Brautvater- durfte die Braut vorher sehen! Ich wartete natürlich unten und empfing Anne mit einem Hagel von Fotos a la roter Teppich. Eine kurze Begrüßung durch mich, dann durfte auch die Standesbeamtin und schon hechelte ich bei gefühlten 40 Grad die Treppen zum Trauzimmer hoch.

Musik an, Tür auf und der dauergrinsende Bräutigam empfing seine Anne ganz old-school aus Schwiegervaters Händen. Hach war das ein schöner Moment, denn man sah den beiden an, dass sie es wirklich wollten. Hier kürze ich wieder ab: Die Standesbeamtin hielt eine tolle und sehr persönliche Rede (auch ich war erstaunt, dass es nicht die sonstige Leier war, die ich leider oft erlebe), es war ein deutliches JA der Beiden zu hören, die Söhne übergaben brav die Ringe und der laaaaange Kuss erlaubte mir etliche Fotos dieses Moments.

Aus der Music-Box erklang „Perfect“ von Ed Sheeran, ein großer Blumenjunge aus Berlin Köpenick ( 😉 ) warf mit seiner kleinen Tochter Blütenblätter auf das Paar, das den Balkon des Turmes betrat, der dann bei herrlicher Aussicht auf den See zum Sektempfang und für die Gratulationen genutzt wurde. Alles im Kasten – kurze Pause für mich, ein leichtes Lüftchen wehte, wie schön!

Aber gut, ich bin nicht zum schwärmen da, also Abstieg vom Turm, um einige Fotos vom Fahrer mit seinem Oldie zu machen. Aus dem Blick zum Turm wurde dann spontan die Idee, das Gruppenfoto dieses Mal von unten zu machen, was auch nach einigen Rufen nach oben gut klappte. Nachdem das Paar und die Gäste auch wieder am „Boden“ waren, nutzte ich die Gelegenheit, um die zu der Zeit noch sauberen Kinder von Anne & Michael zusammen mit Mama und Papa zu fotografieren. Das gelbe Auto und der tolle Hafen gaben dafür eine schöne Kulisse. Während die anderen Gäste schon zum Pier 5 – Café & Restaurant gingen, in dem es später Mittag gab, lies ich es mir nicht nehmen, das Hochzeitspaar am und im Skoda aufzunehmen. Ein Taxifahrer hatte zwar nicht ganz begriffen, dass genau DAS gerade an der Promenade des Hafens geschehen sollte und stellte sich -trotz deutlicher Handbewegungen und Zeichen meinerseits- ganz entspannt in die Fotobahn. Er dachte wohl, der Typ mit Kamera macht einen Ausdruckstanz. Aber gut, ein echter Fotograf kann auch das ;). Also, kurzer Standortwechsel und das Bild des Paares im Auto von hinten war gemacht. Freundlich bedankte ich mich danach beim Störenfried, machte kurz darauf noch einige Fotos mit Paar am Bootssteg und ging dann mit Anne & Michael zur besagten Mittags-Location, in der wir ein wirklich sensationelles Essen bekamen und einen Service erlebten, der absolut perfekt war! Kurzer Absacker vor dem Gehen für Brautpaar und Freunde und die Runde löste sich vorerst auf, um den Rückweg nach Kirchscheidungen zur kleinen Feier anzutreten.

Für mich und das Paar mit Bräutigam-Bruder Thomas wurde es jetzt aber noch einmal etwas anstrengender, denn die Mittagssonne hatte das Thermometer auf mittlerweile 36 Grad steigen lassen und die Portraits standen an. Ich war an diesem Tag auch der Fahrer für das Paar und mein Assistent Thomas durfte als Beifahrer mitkommen. Erster Stop war ein altes Krankenhaus am Flugplatz in Laucha -eine tolle Location von außen und innen, letzteres mit Graffiti an den Wänden und alten Treppen- , danach ging es weiter zu einem Weinberg und letzter Stop war dann das Getreidefeld kurz vor Kirchscheidungen. Thomas hatte ein freies Krafttraining mit meinem Blitz und wir alle einen kostenfreien Saunabesuch in der Natur. Was war das für eine Hitze!!!

Angekommen am Hof der Familie rief ich gleich noch zu den Fotos mit Eltern und Trauzeugen, womit die „Pflicht“ erledigt war und wir zur Kür übergehen konnten.

Der Hof war liebevoll hergerichtet, Tische mit weißen Tischdecken und Blumen, Kaffeegedecke, eine Tafel mit Kuchen und Torte für jeden Geschmack, eine -wie ich von Michael erfuhr- am Vortag von ihm selbst gebastelte Fotobox für die Gäste, zwei Bars für Bier und Mixgetränke sowie härtere Sachen und und und. Wirklich schön! Die restlichen Gäste -Freunde der Beiden- trafen alsbald ein und mit einer kleinen Rede von Michael und dem Tortenanschnitt wurde die Kaffeetafel eröffnet. Noch bis 18 Uhr blieb ich als Fotograf und auch Gast auf der Feier und fühlte mich rundum wohl. Das Abschiedsbier mit Michael ließ ich mir aber nicht nehmen und ich verabschiedete mich wieder mal zufrieden und mit jeder Menge Fotos im Gepäck von einem wirklich tollen Paar! Danke für alles! Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht!