Am Sonnabend hatte ich die erste Hochzeit in diesem Jahr und ich muss sagen, ich war wieder mal genau beim richtigen Paar. Anne kannte ich schon vom Vorgespräch, Martin lernte ich vorm Naumburger Standesamt kurz vor der Trauung kennen. Wie so oft stimmte die Chemie sofort und ich erlebte die Trauung nicht nur als Fotograf, sondern war schon da ein kleiner Bestandteil der Gesellschaft. Die beiden sagten klar und deutlich „Ja, ich will“ (hätte ich nicht anders erwartet) und die Trauung war ruck zuck vorbei.

Ab gings zum Halleschen Anger, wo kurze Zeit darauf unter dem Jubel der Freunde und mit jeder Menge Seifenblasen das Paar eintraf. In Ollis (auf ihn gehe ich später noch ein) BMW M4 machten die beiden frisch Verheirateten eine verdammt gute Figur. Olli durfte im Oldtimer -klar ein BMW- des Bräutigams hinterher fahren. Warum auch nicht, man kann ja mal tauschen ;)? Nachdem das kleine Bäumchen auf dem Sägebock zerlegt war, hatte ich bereits knapp 450 Fotos „im Kasten“ und der Sektempfang legte 50 weitere drauf.

Einigen knurrte wohl schon der Magen, denn schneller als gewollt saßen alle Gäste im Saal des Angers. Aber die Rechnung war nicht mit dem Fotografen gemacht! Gruppenfoto, alle raus! Ging schnell, tat nicht weh. Eine kurze und knackige Ansprache von Martin und es durfte sich auf das Kuchenbuffet gestürzt werden. Aber HALT! Nein, an diesem Tag und zu dieser Zeit war alles anders. Nach dem Anschnitt der Hochzeitstorte und weiteren Fotos wurde Tisch für Tisch zum Kuchenbuffet aufgerufen und die freundlichen Servicekräfte des Restaurants bedienten jeden einzelnen Gast mit dem Kuchen, den sie wünschten. Dauerte etwas, war aber mal was Anderes ;). … Covid 19 schwebte irgendwie auch über dieser Feier.

Ein Blick in Richtung Himmel versprach, dass es in den nächsten Stunden etwas ungemütlich werden könnte. Also auf zu den Portraits. Vorher mussten noch Eltern und Trauzeugin sowie mein späterer Assistent Olli vor die Kamera, wobei Letzterer gern die Mitte von Braut und Trauzeugin bildete. Alles richtig gemacht Olli!!! Nun wurde es aber Zeit. M4 an, Anne & Martin rein, Oldtimer an -klar, mit Starthilfe-, Fahrer Olli und Fotograf (ich) rein und los ging es. Im und am Mohnfeld nahe Freyburg und auf einem Feld an der Henne entstanden die Paarfotos der Beiden. Und wir hatten jede Menge Spass! Olli und Martin sahen teilweise aus wie das Hochzeitspaar, aber auch solche Fotos sind unverzichtbar. Anne durfte auch mal mit ihrem Martin aufs Foto und Olli assistierte mir mit dem Blitz, als ob er sein Leben lang nichts anderes gemacht hat. Wo wir bei Olli wären. Ein cooler Typ, freundlich, immer da, wenn man ihn braucht – ein Freund zum Biertrinken und quatschen. Fetzt!! Olli, vielen Dank für Deine Hilfe, besonders bei diesen Temperaturen über 30 Grad! Ich hatte 400 Fotos mehr, Olli ein nasses Hemd. Was schlimmer ist?… Sei es drum :).

Die Portraits waren im Kasten und wir fuhren zurück zum Ort der Feier, an dem das Hochzeitspaar mit Luftballons empfangen wurde, die dann auch sofort in die Luft und den nahestehenden Baum gelassen wurden. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind… kennt ja jeder.

Nun war Zeit zum Entspannen und mein Feierabend rückte näher. Gebucht war ich bis 18.30 Uhr. Wann ich zu Hause war? Das lasse ich mal weg ;)! Nur eins: Ich wurde vom Bräutigam zum Abendessen eingeladen und der Abend wurde irgendwie so gemütlich, dass es doch noch etwas dauerte, eh ich meine Fototasche ins Auto brachte. Warum also nicht noch die Rede des Brautvaters Heiko und den Hochzeitstanz sowie die folgenden gekonnten Tanzeinlagen der Gäste fotografieren. Macht ja Spaß!

Rückblende des Tages in Fakten: 2700 Fotos, ein tolles Paar, tolle Gäste, tolle Location, klasse DJ, relativ schöne Fotos (Eigenlob stinkt) und Erinnerungen an einen insgesamt herrlichen Tag! Danke an Anne & Martin für euer Vertrauen in meine Arbeit und, dass ich ein Teil eures schönsten Tages sein durfte! Ich war nicht nur Fotograf, ich fühlte mich als Gast.